Das Ticketing Debakel - oder herrscht in der FCB Chefetage der "Geiz ist geil" Geist?

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Das Ticketing Debakel - oder herrscht in der FCB Chefetage der "Geiz ist geil" Geist?

Beitrag von Admin am Di Nov 01, 2016 11:53 am

Am letzten Freitag fand so mancher FCB Fan Post von seinem Klub: Die Preise für die Einzel- und Jahreskarten für 2017 wurden versandt. Kaum war der Brief geöffnet, schon gingen am Freitag Mittag ging die Bomben auf den sozialen Netzen hoch und ein Sturm der Entrüstung von einem Teil der Fans brauste über den Bernhard Heusler und seine Leute her. Kein freies Wochenende für die Mitglieder der Chefetage unseres Klubs war die Folge, sondern eine Krisensitzung nach der anderen. Am Montag schliesslich ein Interview von Bernhard Heusler auf fcb.ch, in dem er verkündet, die Änderungen rückgängig zu machen und die Preisgestaltung von Einzel- wie auch Jahreskarten bleibt gleich.

http://www.fcb.ch/de-CH/News/2016/10/31/Heusler-erklaert-Neubeurteilung-der-Preisgestaltun?ext=

Was war geschehen?

Eigentlich sind die Preise für eine Mehrzahl der Sektoren gesenkt worden, im Einzel und Jahreskartenbereich. In einzelnen Sektoren - namentlich im C3 und C4, also in der Mitte der Gegentribüne - gingen die Einzelpreise von 59 Fr. auf 70 Fr. hoch. Vor allem aber die Jahreskarten von 575 auf 840. Paralell zur Erhöhung des Einzelpreises ist der Schritt zurr Vereinheitlichung der JK-Rabatte auf dass 12fache eines Einzelpreises beschlossen worden, zuvor gab es Sektoren, die unter dem Faktor 10 lagen. Schon im Dezember letzten Jahres wurde die Streichung des Rabattes für Mitglieder von 20% beschlossen. Zwar wurde im Gegenzug der Mitglilederbeitrag von 200 Fr. auf 100 Fr. reduziert. Aber das half jenen Mitglieder nicht, die von der Beitragsfreiheit nach 25jähriger Mitgliedschaft profitierten. Man bedenke, das sind Leute, die dem FCB auch zu dessen NLB Zeit, in der er einige Male Nahe der Pleite war und wo er 6 Jahre darbte, die Treue hielten. Denen jetzt die Vergünstigung zu streichen machte uns einen besonders schlechten Eindruck.

Da stellt man sich wirklich die Frage, ob da "geiz ist geil" Stimmung herrscht, oder wer für diesen Wind ursächlich ist. Einige Fans verdächtigen den Marketing Mann Blaser. Andere sehen eher Finanzer-Erbsenzähler am Werk. Klar ist aber auch: Hätte Bernhard Heusler sein ganzes Gewicht in die Waagschale geworfen, ein solcher Vorschlag wäre nie durchgekommen.

Interne wie externe Analysen hätten eine "Ungerechtigkeit" bei der Preisgestaltung, die sich aus der Vergangenheit ergeben habe zu Tage gelegt, auch hätten einige Fans das so empfunden - so Heusler im gestrigen Interview.

Tatsache ist, dass vor allem die JK Besitzer der Sektoren C4-5 schon praktisch seit Beginn des neuen Joggeli im März 2001 diese sicherlich guten Plätze innehaben und Jahr für Jahr verlängern. Da fragt man sich, ob es so "ungerecht" ist, dass diese diese auch weiterhin haben. Treue muss dem Verein auch was wert sein, sonst hätte er heute ein ähnliches Los wie Servette oder Xamax. Und es ist ja nicht so, dass die Preise seit 2001 gleich geblieben wären - 340 betrugen sie im März 2001, so ein Leser der Baz. Die Galerie ist im Vorfeld der EM 2008 errichtet worden - dort wiederum wollte man die Preise hoch halten, um einen Wegzug aus dem C dorthin zu verhindern - vor allem die vorderen Plätze sollen eine herrliche Aussicht bieten. Offenbar sind aber sonst die G Plätze aber eher weniger genutzt. Logischerweise wollte man diese am meisten vergünstigen. Was man unserer Meinung nach auch hätte tun können.

Unglücklich aber auch die Kommunikation. Zwar enthielt der Brief zu den neuen JK Preisen drei Seiten, aber eigentlich hätte man den C3-4 Kunden den happigen Preisaufschlag speziell erklären müssen - Preise für vergleichbare Lokation bei YB betragen 770 Fr. und beim FC Luzern 825. Allerdings bietet YB seinen JK-Mitgliedern auch die Mitgliedschaft bei YB inklusive an und, wer sich für Honda interessiert, erhält ein Fahrzeug mit 6% Rabatt.

Wie schon gesagt, schon letztes Jahr hatten wir ein schlechtes Gefühl bei der Streichung des JK-Rabattes für Mitglieder, vor allem der 25Jahre+ Mitglieder. Nun knöpfte man sich erneut eine treue Fangruppe vor, deren Konditionen man offenbar für zu gut hielt.

Dies alles, wo, so finden wir, bei vielen Fans Sättigung allenthalben zu spüren ist. Immer noch liegt uns auf dem Magen, dass sich gegen Sevilla im EL Achtelfinale, bei der Road to Basel, nur 22 403 Zuschauer einfanden. Ein Warnschuss, wie wir finden. Wieso ist so ein Spiel nicht ausverkauft?

Sicher sind sich Bernhard Heusler und seine Leute bewusst, dass die Fans das wertvollste Aktivum des Vereins sind. Auch zu NLB Zeiten kamen einige Male bis zu 40 000 Zuschauern ins Stadion. Aber sie sollten sich auch bewusst sein, dass es auch extrem dürre Zeiten gab, wo der Jahresschnitt 3800 pro Saison (1984/5) betrug. Dies in Zeiten, wo die Fans zunächst in die Phase der Sättigung gelangten (nach 1973) um in die Phase der regelmässigen Enttäuschungen zu kommen (Nach dem letzten Meistertitel 1980), was Beinahe-Pleiten, öffentliche Bettelaktionen, viel städtischen Spott und den Abstieg brachten.

Dass man solche Ideen dann ausgerechnet in der Zeit umsetzen will, wo der Klub Rekordzahlen punkto Gewinn, Transferüberschüsse und Einnahmen aus der UEFA vermeldet, ruft bei uns nur Kopfschütteln hervor. Gut, dass man das nach den heftigen Reaktionen, die von älteren Fans auch erwartet worden sind, wieder zurückgenommen hat. Ein schaler Nachgeschmack, dass man sich das überhaupt ausgedacht hat, bleibt.

Thommy und Peter

http://bazonline.ch/sport/fussball/der-fcb-und-das-debakel-mit-dem-jahreskarten/story/25780831
http://www.tageswoche.ch/de/2016_44/sport/733689/Ticketpreise-beim-FCB-Aufgeschoben-ist-nicht-aufgehoben.htm
http://www.basellandschaftlichezeitung.ch/basel/basel-stadt/der-fcb-aendert-die-preise-der-jahreskarten-130677298
http://joggeli.ch/presseschau?id=35588-Der_FCB_schiesst_ein_Eigengoal

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Re: Das Ticketing Debakel - oder herrscht in der FCB Chefetage der "Geiz ist geil" Geist?

Beitrag von Erasmus am Fr Nov 04, 2016 9:53 pm

Ich weiss nicht, ob es die Geiz-ist-geil-Mentalität war, die zu diesem Debakel führte. Ich bin eher der Meinung, dass auf der FCB-Geschäftsstelle nur wenige qualifizierte Leute arbeiten und dass es dort an klaren Strukturen fehlt.
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Re: Das Ticketing Debakel - oder herrscht in der FCB Chefetage der "Geiz ist geil" Geist?

Beitrag von Admin am Fr Nov 04, 2016 11:09 pm

Ja, ich denke, diese angeblichen internen und externen Experten, das war wohl nicht weit her geholt. Allerdings Strukturen - den Brief haben Heusler und Blaser unterschrieben. Und natürlich ist so ein Projekt Chefsache, zumindest in der finalen Phase. Und da sah man die neuen Preise. Und es hätte doch eigentlich jedem einfallen müssen, dass sowas erklärungsbedürftig ist.

Wie auch immer, das Ding ist erst Mal vom Tisch, gespannt darf man warten, mit was sie Ende nächsten Jahres auftauchen werden. Bis dahin ist ja noch viel Zeit und so manches kann geschehen.

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Re: Das Ticketing Debakel - oder herrscht in der FCB Chefetage der "Geiz ist geil" Geist?

Beitrag von Helikopeter am So Nov 13, 2016 9:45 pm

Ich glaube, das Ding ist von Tisch. Vielleicht meinten die hohen Herren, geraden in guten Zeiten soll man für die Not vorsorgen und hoben die Preise an. Antizyklisch oder so.

Aber an grössere Änderungen in den nächsten Jahren glaube ich nicht so. Das hat sich erst Mal erledigt, und das ist gut so.
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Re: Das Ticketing Debakel - oder herrscht in der FCB Chefetage der "Geiz ist geil" Geist?

Beitrag von Peter am Mo Jan 23, 2017 10:02 am

In diesem Interview nimmt Marketingleiter Blaser u.a. auch Stellung zum Ticketingdebakel vom letzten Herbst:

http://www.bzbasel.ch/basel/der-fc-basel-experimentiert-mit-eigenem-e-sports-team-130870716

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