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Die Aera Burgener - Fazit nach vier Jahren und vielleicht schon der Abgesang

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Beitrag von Marek So März 28, 2021 2:24 pm

Man kann sich fragen, was die PK am Freitag bedeuten sollte - denn die finanziellen Ergebnisse der FCB AG wurden in den zwei letzten Jahren von Burgener nicht in einer PK präsentiert.

Was hat das zu bedeuten? Ist es schon ein Rückzug von Burgener, der uns wissen lassen will, dass trotz schwerer Lage zur die Corona-Hysterie (oder Putsch), der Klub gesund da steht, aber wenn jemand ein rotblaues Portemonnaie hat, dann er verkaufen wird?

Haben wir Mitleid mit Burgener? Ein wenig habe schon, denn ja, wie einige richtig sagen, er hat es ja nur gut gemeint, aber er hätte schon längst einsehen müssen, dass er es nicht kann. Mit einem Kollegen haben wir das hier schon im September 2017 gesehen, wir haben geschrieben:

Burgener hat mit den beiden wichtigsten Personalentscheiden, die er selbst traf, danebengegriffen,​​

Mit unerfahrenen Leuten kann ist es sehr unwahrscheinlich Staat zu machen. Und dann ist der Trainer auch neu in der Position eines Cheftrainers. (...)

Wenn man ein Geschäft übernimmt, sollte man es kennen. Burgener kennt es offensichtlich nicht, und obwohl erfolgreicher Unternehmer, aber in einer anderen Branche, hat er sich nicht Profis geholt, aber Neulinge und einen Quereinsteiger.​​​

Auch Eric Sarasin äusserte sich ähnlich. In der Lounge dürfte es weitere erfahrene Geschäftsleute gegeben haben, die ihm das gesagt haben, denn in einigen Interviews bezog sich Burgener.

Hier der Beitrag im Kontext: https://fc-basel-forum.forumieren.com/t107-neuer-prasident-neues-management-neues-konzept#498

Ja, es folgte dann die völlig überraschende CL-Kampagne, ja, man kann je nach Kriterium sagen, es war die beste in der Geschichte, die erst mal alles überdeckte. Leider muss man im Nachhinein sagen, eine Laune der Fussballgöttin, aber nicht der nachhaltigen Arbeit der Verantwortlichen geschuldet, denn schon das dritte Quartal ging dann in die Hosen. Zwei Abgänge, Akanji und Steffen, und die Mannschaft geriet entscheidend in Rückstand und konnte zwar wieder im viertel Quartal besser spielen, aber der Titel war klar weg.

Trotzdem herrschte bei den Verantwortlichen wie bei der Mehrheit der FCB Fans damals Zuversicht, aber nicht bei mir. Mir war klar, noch einmal ein paar Abgänge, und die Mannschaft fällt endgültig auseinander. Es kam dann zu den Abgängen von Elyounussi, Lang und Vaclík.
Die dritte schlechte Saisonvorbereitung mit schlechten Testspielen und einem schlechten Saisonstart beudetete dann nach nur zwei Wettbewerbsspielen (aber inklusive den letzten Testspielen einer Serie von fünf Niederlagen) das Ende von Wicky als Trainer des FCB.

Mit der Entlassung von Wicky und der Verpflichtung von Koller setzte Burgener auf Konservativität und es sollte vor allem nach der Winterpause die erfolgreichste Zeit vom FCB unter Burgener folgen, im Frühjahr nur noch einen Punkt schlechter als YB, der Cupsieg.

Aber im Sommer eine noch nie erlebte Posse, mit der Entlassung und dann doch nicht Entlassung des eigentlich erfolgreich arbeitenden Trainers. Dass Koller heute in einem Interview Burgener den Rücken stärkt, ist schon die Ironie, denn obwohl in der Angelegenheit Streller sein Hauptgegner war, wäre es die Aufgabe von Burgener (und ggf. Heri) gewesen, ein klares Bekenntnis zum Trainer zu machen und auch Streller anzuweisen, dass ein Trainerwechsel nicht in Frage kommt, einerseits wegen der erfolgreichen Entwicklung, andererseits auch aufgrund der Vertragslage.

Streller hat die Konsequenz gezogen und ist gegangen. Eine Chance, nun jemanden zu holen, die aber verpasst wurde. Die Lösung Zbinden war wohl besser als diejenige von Streller, doch sie war auch nicht gut. Denn entweder ist man Chefscout und sucht in aller Welt die Talente und liefert lange Listen von Talenten, oder man ist Sportchef, der aus der Longlist eine Shortlist macht, schaut, ob der Trainer mit der Mannschaft klar kommt, bildet eine Mannschaft, die ausgewogen ist und vor allem auch finanziell stemmbar und mit Aussicht auf künftige lukrative Transfers, dazu Verhandlungen mit Klubs, Beratern und den Spielern. Ein Fulltimejob, dessen Besetzung dazu noch kritisch für den Erfolg des Klubs ist.



im Herbst nach der Trainerposse dann die erfolgreichste Gruppenphase in der EL und erstmals wieder erster der Tabelle, wenn auch nur für ein paar Spieltage. Vor Weihnachten aber den abermaligen Sprung an die Tabellenspitze verpasst in einem schlechten Spiel in Luzern. Nach der Winterpause dann gleich zwei schwer wiegende Niederlagen gegen YB und St. Gallen, die schon zeigten, dass der Trainer seinen Zenit überschritten hatte. Es kamen aber weitere Erfolge in der Europa League und der Cupfinal, gute Spiele gegen YB und St. Gallen, aber ärgerliche Verlustpunkte gegen schwächere Teams.

Das alles einige Monate unterbrochen mit der Corona-Hysterie der Politiker, dann mit Geisterspielen. Dazwischen eine peinliche Lohndiskussion mit den Spielern und schliesslich einer ersten Forderung von Baz und MK nach Rücktritten der Führung. Schliesslich das klare Verpassen der Meisterschaft, Platz drei hinter St.Gallen, dazu ein verlorener Cupfinal,

Schon davor war der Trainerwechsel klar, Koller liess die Öffentlichkeit wissen, dass er ohnehin gegangen wäre, für einmal stimmte das Lied der Trennung im gegenseitigen Einvernehmen. Sein Nachfolger wurde Ciriaco Sforza, den nur ganz wenige Fans auf der Rechnung hatten.

In der EL musste man als Meisterschaftsdritter drei Qualifikationsrunden bestreiten, und wie schon zwei Jahre zuvor, sollte die dritte zum​​ Verhängnis werden. Noch konnte das der mangelnden Vorbereitung angelastet werden, in der Meisterschaft schlingerte das Team auf und ab.

Doch die Auftritte des Teams nach der Winterpause sollten Klartext sprechen: Ciriaco Sforza war untragbar, eine historische Niederlage im Cup gegen die unterklassigen Winterthurer, in der furchtbaren Höhe von 2:6 hätte in jedem Klub auf der Welt mit ähnlich gelagerten Anspruch die Freistellung des Trainers nach sich gezogen. Nicht aber bei Burgener, der bei seinem Antritt noch einen erfolgreichen Trainer freigestellt hat.

Das Debakel im Cup aber kein einsamer Fehltritt, nur die krasseste Niederlage in einer Reihe von unbefriedigenden Resultaten seit der Winterpause. Und obwohl es auch seit dem Out im Cup ähnlich schlecht weitergeht und der Trainer nun auch für grössten Optimisten kein Rezept findet, wurde er immer noch nicht ausgewechselt. Das Spiel gegen Vaduz dürfte für ihn zum Endspiel werden. Aber vielleicht hat dann der Klub schon einen neuen Eigentümer.

Marek

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